Alan Watts Zitate

Alan Watts Zitate

Der Buddhismus glaubt weder an eine unsterbliche Seele, noch sucht er Trost in irgendeiner Vorstellung vom Leben nach dem Tode. Er stellt sich der Tatsache, dass das Leben vergänglich ist. Da es nichts zum Festhalten gibt, muss man loslassen.

In unserer Kultur macht sich ohnehin ständig jeder Aufzeichnungen über alles mögliche, und es wird als wesentlich wichtiger angesehen, zu notieren, was geschieht, als ein Ereignis zum Zeitpunkt seines Geschehens zu erleben.

Wie wollen sie denn erkennen, dass sie leben, wenn sie nicht irgendwann einmal tot gewesen wären?

Wer sind Sie? Fragt man uns, wer wir sind, erzählen wir meist eine Art Geschichte. Sie beginnt mit dem Namen, den uns unsere Eltern gegeben haben, geht weiter über die Ausbildungsstätten, die wir besucht haben, bis hin zu unseren beruflichen Erfolgen. So entsteht ein kleiner Lebenslauf. Der Buddhist sagt: „Die alten Geschichten können Sie vergessen. Das sind nicht Sie. Ich möchte Ihr wirkliches Ich in diesem Augenblick sehen."

Das Geheimnis des Lebens ist kein Problem, das gelöst werden kann, sondern eine Realität, die erfahren werden muss.

Wer an seinem Ich, seinem Leben, seinem Atem oder seinem Geist festhält, hält sich an Gott fest. Dann stirbt alles ab und versteinert. Wer aber loslassen und ausatmen kann, kann auch wieder Atem holen. Das ist Nirwana.

Eine Katze sitzt, bis ihr das Sitzen langweilig wird. Dann steht sie auf und geht weg.

Daher ist der «eigene Weg» jedes einzelnen der «eigene Weg» des Universums, des Tao. Weil alle Lebewesen voneinander abhängen, werden sie in Harmonie sein, wenn man sie in Ruhe lässt und sie nicht zwingt, irgendeinem willkürlichen, künstlichen und abstrakten Ordnungsbegriff zu entsprechen, und diese Harmonie ist tzu-jan, aus sich selbst, ohne äußeren Zwang.

Stellen Sie sich ein mehrdimensionales Spinnennetz voller Tautropfen vor. Jeder Tautropfen enthält die Reflexion aller anderen Tautropfen, und in jedem reflektierten Tautropfen ist auch die Reflexion dieser Reflexion enthalten – und so geht es endlos weiter. Dies ist das Bild der buddhistischen Vorstellung vom Universum.

Je sicherer und je deutlicher man die Zukunft sieht, desto mehr kann man sagen, dass man sie bereits hinter sich hat. Wenn der Ausgang eines Spiels sicher ist, dann möchten wir gar nicht mehr weiterspielen, sondern fangen ein neues Spiel an.

Zu Glauben ist wie sich dem Wasser anzuvertrauen. Wenn man schwimmt, haltet man das Wasser nicht fest, weil man sonst sinken und ertrinken würde. Stattdessen entspannt man sich und und lässt sich treiben.


Der einzige Weg eine Veränderung sinnvoll zu nutzen, ist, voll in diese einzutauchen, sich mit ihr zu bewegen, sich dem Tanz anzuschließen.

Worauf alles ankommt, ist zu begreifen, dass es gar keine Zukunft gibt, und dass der wahre Sinn des Lebens darin besteht, Augenblicke des ewigen JETZT auszuloten.

Denn obwohl wir mit einer Hand das Ich kultivieren, drücken wir es mit der anderen Hand zu Boden. Von Generation zu Generation treiben wir unseren Kindern “dummes Zeug” aus und lehren sie zu sehen wo “ihr Platz” ist, und wie man als kleines Ich unter vielen anderen sich mit der angemessenen Bescheidenheit zu verhalten, wie man zu denken und zu fühlen hat.

Wenn man einen Fluss mit einem Floß überquert hat und am anderen Ufer ankommt, hebt man das Floß nicht aus dem Wasser, um es sich für den Rest der Reise auf die Schulter zu laden. Menschen, die sich an einer Religion festhalten, sind immer auf dem Floß und fahren hin und her.

Du möchtest die Ruhe der Seele, aber der Versuch, sie zur Ruhe zu bringen, gleicht dem Versuch, Wellen mit einem Bügeleisen zu beruhigen.

Viele Menschen sagen, dass sie von einer Religion Halt erwarten. Ein Buddhist würde sagen, darum gehe es ganz und gar nicht. Solange man sich an etwas festhält, hat man keine Religion. Nur wer vollständig loslassen kann, nur wer für sein seelisch-geistiges Gleichgewicht keine fixe Idee braucht, ist wirklich da.

Spüren wir ein Glücksgefühl, so sehen wir es um so rascher entschwinden, je eifriger wir auf Mittel zu seiner Bewahrung sinnen.

Hinter dem Versuch, seinen Geist zu beherrschen, steckt das Bedürfnis, sich festzuhalten und sich zu schützen, ein Mangel an Vertrauen und Liebe. Wenn der Schüler das begriffen hat, kehrt er zum Lehrer zurück und sagt: «Meine Schwierigkeit liegt darin, dass ich meine Wünsche nicht ausschalten kann, denn das Bemühen, dies zu tun, ist ja auch schon ein Wunsch. Ich kann meine Selbstsucht nicht auslöschen, denn wenn ich die Selbstsucht aufgebe, tue ich dies aus Selbstsucht.»

So wie das Universum unser Bewusstsein produziert, so ruft unser Bewusstsein das Universum hervor, und diese Erkenntnis transzendiert und beendet die Debatte zwischen Materialisten und Idealisten (oder Mentalisten), Deterministen und Verfechtern des freien Willens, die das yin und das yang in den philosophischen Ansichten vertreten.

Lebenskunst ist weder ein sorgloses Dahintreiben noch ein angstvolles Festklammern an der Vergangenheit. Sie besteht darin, in jedem Augenblick ganz einfühlsam zu sein, ihn als völlig neu und einzigartig anzusehen und das Bewusstsein offen und ganz und gar empfänglich zu halten.

Zwecklos ist das Suchen nach Buddhatum, als wäre es etwas anderes als das Leben in seiner wirklichen alltäglichen Gestalt.


Wu-wei ist daher der Lebensstil eines Menschen, der dem Tao folgt, und ist in erster Linie als eine Form von Intelligenz zu verstehen. Das heißt, man kennt die Prinzipien, Strukturen und Neigungen menschlicher und natürlicher Dinge so gut, dass man im Umgang mit ihnen ein Minimum an Energie verbraucht. Es ist die «unbewusste» Intelligenz des ganzen Organismus und im besonderen die dem Nervensystem innewohnende Weisheit. Wu-wei ist eine Verbindung dieser Weisheit mit dem Weg des geringsten Widerstandes bei allem, was man tut. Es ist nicht das Vermeiden von Anstrengung.

Das yin-yang-Prinzip ist daher nicht ein gewöhnlicher Dualismus, sondern eine explizite Zweiheit, die eine implizite Einheit zum Ausdruck bringt.

Die Natur brüstet sich nicht, dass sie Natur ist, noch hält das Wasser über die Technik des Fliessens eine Tagung ab. So viel Gerede wäre an die verschwendet, die es nicht brauchen. Der Mensch des Tao lebt im Tao wie ein Fisch im Wasser. Wenn wir dem Fisch beizubringen versuchen, dass Wasser physikalisch aus zwei Drittel Wasserstoff und einem Drittel Sauerstoff besteht, würde er sich schieflachen.

Ein Dunkles ist, das vollkommen war, ehe Himmel und Erde entstanden; ruhig, still, es steht allein ohne Wandel, es bewegt sich ohne Gefahr. Es könnte die Mutter aller Dinge sein, Ich weiß seinen Namen nicht und nenne es Tao.

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Um das Nirwana zu erfahren, braucht man sich gar nicht aus dieser Welt zu entfernen, denn das, was vorhanden ist, ist bereits Nirwana – im Hier und Jetzt.

Einem Bergbach, der einer Quelle am Wegesrand entspringt, ist ein durstiger Reisender, der sich an ihr labt, willkommen. Doch der Bergbach wartet nicht darauf, dass er den Durst des Reisenden stillen kann. Er blubbert und plätschert dahin, und Reisende können sich jederzeit an ihm laben.

Es ist nicht nur äußerst schwierig, nichts zu begehren oder Kontrolle über den Geist zu gewinnen – die ganze Geschichte kommt ihm reichlich verrückt vor. Und genau das soll er auch herausfinden: Wenn man nämlich versucht, nichts zu begehren, so begehrt man, dem Leiden zu entkommen. Man begehrt, nicht zu begehren.

Im Zen vergleicht man jemanden, der erleuchtet worden ist, mit einem Stummen, der etwas Wunderbares geträumt hat. Wenn man etwas Schönes geträumt hat, möchte man gern jedem davon erzählen, und gerade das kann der Stumme nicht tun.

So wie man jeden Punkt auf der Oberfläche einer Kugel als den Mittelpunkt der Oberfläche ansehen kann, so kann auch jedes Körperorgan und jegliches Wesen im Kosmos als seine Mitte und sein Herrscher gelten.

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