Die 3 gefährlichsten Krankenhauskeime

1. Krankenhauskeim MRSA

Bei dem Staphylococcus aureus handelt es sich um ein besonders gefürchtetes Bakterium. Seine Resistenz gegen das Antibiotikum Methicillin steckt bereits im Namen: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, kurz: MRSA.

Gruselig sind insbesondere die Zahlen bezüglich der Verbreitung des gefürchteten MRSA.

Jeder fünfte Deutsche trägt den Krankenhauskeim MRSA bereits auf der Haut.

Sollten Sie also gerade im Großraum-Büro oder in der U-Bahn sitzen, ist das Bakterium bereits in Ihrer unmittelbaren Nähe!

Aber keine Angst, die Krankenhauskeime sind für gesunde Menschen nicht besonders gefährlich. Wirklich übel wird es erst, wenn das MRSA in Ihre Blutbahn gelangt. Sollte es sich nämlich über Wunden oder Schleimhäute den Weg in Ihren Körper gebahnt haben, kann der Keim ernst zunehmende Infektionen auslösen.

MRSA Symptome und Folgen:

  • Entzündungen der Organe: Blutvergiftung, Harnwegsinfektion, Lungenentzündung oder ähnliches

  • Entzündungen der Haut: Eitersammlungen oder Geschwüre

  • Wundinfektionen: Besonders nach Operationen

Spätestens jetzt leuchtet einem auch ein, weshalb MRSA gerade im Krankenhaus sein Unwesen treibt. Wo sonst werden so viele Löcher gebohrt und Zugänge gelegt wie in einer Klinik?

Dazu kommt, dass die Patienten ohnehin immungeschwächt sind und eine eventuelle Infektion daher weniger gut verkraften können als gesunde Menschen.

Der MRSA Krankenhauskeim ist hoch ansteckend!

Nicht nur MRSA-Erkrankte, sondern auch lediglich MRSA-Träger können das Bakterium übertragen. Beim bloßen Händeschütteln ebenso wie über verunreinigte, „kontaminierte“ Gegenstände wie Türklinken, Besteck oder klinische Instrumente. Eine einwandfreie Hygiene ist daher unverzichtbar!

Mangelnde Hygiene hat auch die Verbreitung eines weiteren multiresistenten Keimes zur Folge:

2. Krankenhauskeim VRE

Enterokokken wie das Bakterium Enterococcus faecium sind an sich harmlos. Es handelt sich dabei um einen Darmkeim, der natürlicherweise in der Darmflora vorkommt und diese eigentlich positiv beeinflusst. Daher findet man ihn auch in vielen Lebensmitteln.

Für immungeschwächte Patienten ist dieses Enterobakterium jedoch hoch gefährlich, vor allem dann, wenn es nicht dortbleibt wo es hingehört!

Durch mangelnde Hygiene können diese Darmbakterien nämlich in Wunden oder in die Blutbahn gelangen…

Mit tragischen Folgen wie Wund-, Darm-, oder Harnwegsinfektionen bis hin zu Blutvergiftungen und Entzündungen des Lungengewebes.

VRE steht für Vancomycin-resistenter Enterococcus faecium. Der Keim reagiert also nicht auf das Antibiotikum Vancomycin. Übrigens auch nicht auf die meisten anderen. Eine Infektion endet daher nicht selten tödlich.

Ähnliches gilt für einen weiteren Krankenhauskeim, der ebenfalls zur Familie der Darmkeime gehört:

3. Krankenhauskeim ESBL

Die eigentlich harmlosen Enterobakterien erzeugen aufgrund von genetischen Veränderungen ein mutiertes Enzym der Beta-Lactamase, das sie resistent gegen Antibiotika macht. Die Bezeichnung ESBL – Beta-Lactamasa produzierende Enterobakterien, beschreibt demnach keinen spezifischen Keim, sondern bezieht sich lediglich auf die Eigenschaft der Antibiotika-Resistenz.

Besonders gefährdet sind neben Patienten mit schwachem Immunsystem und Pflegebedürftigen auch Säuglinge. Insbesondere Frühchen, die noch kein richtig ausgebildetes Immunsystem besitzen, sterben an den Folgen einer ESBL-Infektion.

Während die Resistenzrate beim Bakterienstamm VRE laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland seit Jahren stagniert und hinsichtlich MRSA sogar zurückgeht, steigen die Beta-Lactamase produzierenden Enterobakterien (ESBL) zunehmend an.

Der Grund dafür, liegt vor allem in der unverhältnismäßigen Verschreibung von Antibiotika. Nicht nur in der Humanmedizin, sondern vor allem auch in der Tierzucht!

Übermäßiger Antibiotikakonsum fördert die Entwicklung multiresistenter Keime.

Multiresistenter Krankenhauskeim – Ursachen und Bekämpfungsstrategien

Der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer in der Tierzucht ist ein dunkles Thema, dem man sich vor allem politisch zuwenden müsste. Aber auch gesellschaftlich benötigen wir ein Umdenken! Aufklärung spielt hierbei eine essenzielle Rolle.

Durch den Fleischverzehr von Tieren, die mit Antibiotika gemästet wurden, begünstigen wir die Entwicklung multiresistenter Bakterien. Gleiches gilt für den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika zur medizinischen Behandlung.

Um die weitere Ausbreitung der multiresistenten Bakterien zu unterbinden, sind strenge Hygienevorschriften von äußerster Bedeutung.

Das Desinfizieren von Händen und Instrumenten muss gerade in Krankenhäusern standardmäßig erfolgen. Dies gilt in erster Linie für das Klinikpersonal aber eben auch für Patienten und Besucher.

Die gefährlichen Krankenhauskeime übertragen sich nämlich hauptsächlich durch direkten Kontakt mit kontaminierten Objekten oder infizierten Menschen. Und nicht – wie häufig angenommen – rein über die Luft.



Multiresistente Krankenhauskeime bekämpfen!

Beteiligen auch Sie sich am Kampf gegen die multiresistenten Krankenhauskeime, indem Sie den hohen Hygieneanforderungen im Gesundheitswesen gerecht werden. Ganz egal ob als behandelnder Arzt, Pflegepersonal, Besucher oder Patient.

Jeder kann mitziehen und damit sich selbst und seine Umwelt vor den gefährlichen Keimen schützen.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!

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