Labortest zeigt: Die meisten Schutzmasken filtern ungenügend

Labortest zeigt: Die meisten Schutzmasken filtern ungenügend

27.10.2020 |  VON BELMEDIA REDAKTION  |  CORONAVIRUS, DEUTSCHLAND, NEWS, ÖSTERREICH, SCHWEIZ


Das Labor Testex hat Masken auf ihre Tauglichkeit hin getestet. Das Fazit: Keine der Stoffmasken und nur ein Teil der Hygienemasken besteht.

In puncto Filtrationseffizienz fallen sieben von acht Masken bei der Laborprüfung laut Testex durch – sie filtern Partikel der Grösse eines Mikrometers (ein Tausendstel Millimeter) nur ungenügend. Ein Mikrometer entspricht in etwa der Tröpfchengrösse, die Menschen beim Husten ausstossen.


Einzig die Maske Osann besteht den Test. Das Problem: Die Maske ist so dicht gewebt, dass sie als einzige beim Kriterium Luftdurchlässigkeit versagt. Das bedeutet: Das Atmen fällt mit dieser Maske sehr schwer.

Stoffmasken genügen Anforderungen nicht

„Viele der getesteten Community-Masks erfüllen die Anforderungen an Filtration schlicht überhaupt nicht“, so Jean-Pierre Haug, COO von Testex. Dafür falle das Atmen sehr leicht. „Bei einem groben Filter kann man gut atmen. Ein grober Filter filtert aber auch schlecht.“

Die Westschweizer Konsumentensendung „A Bon Entendeur“ liess 16 verschiedene Masken im Textillabor Testex untersuchen. Acht Hygienemasken und acht sogenannte Community-Masks aus Stoff.

Als Kriterien zog Testex die Empfehlungen für Stoffmasken der Swiss Science Task Force bezüglich Luftdurchlässigkeit, Spritzschutz und Filtrationseffizienz heran.

Vier der acht Stoffmasken fallen neben der Filtration zusätzlich beim Kriterium Spritzwiderstand durch. Die Oberfläche der Masken weist Tröpfchen nur ungenügend ab und die Flüssigkeit schlägt auf die Maskeninnenseite durch. Somit würden Bakterien und Viren allenfalls an Mund, Nase und Schleimhäute gelangen, erklärt Jean-Pierre Haug.

Hygienemasken nicht grundsätzlich besser

Für Hygienemasken gelten seit Jahren strenge medizinische Normen. Doch wie schneiden Hygienemasken ab, wenn man die Stoffmasken-Empfehlungen der Task Force als Massstab nimmt? Das Resultat fällt auch hier ernüchternd aus: Vier der acht Hygienemasken schwächeln laut Testex-Prüfung bei der Filtrationsleistung.

Grosse Unterschiede

„Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Masken zumindest in einem ähnlichen Bereich liegen bezüglich Filtrationseffizienz“, so Jean-Pierre Haug. Haug zweifelt, ob die entsprechenden Medizinalnormen von allen getesteten Hygienemasken wirklich eingehalten werden. Immerhin: Vier der acht getesteten Hygienemasken bestehen – zusätzlich zu den eigenen Normen – auch die Testex-Prüfung aufgrund der Empfehlungen der Task-Force.

Quelle: srf.ch (bearbeitet von belmedia Redaktion) Titelbild: Khosro – shutterstock.com

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